
Liegst du nachts wach und tippst bei Google ein, Toxische Beziehung erkennen und hoffst heimlich, dass da steht: Du übertreibst
In diesem Beitrag zeige ich dir 5 Anzeichen, an denen du eine toxische Beziehung erkennst. Eines davon bringt die meisten zum Schlucken und am Ende wartet ein Satz, den dir vermutlich noch keiner gesagt hat.
Zähl beim Lesen still mit, wie viele der folgenden Anzeichen du kennst.
Anzeichen 1: Du bewegst dich auf Eierschalen
Du überlegst bei jedem Satz, ob er Ärger auslösen könnte. Manche Themen sprichst du gar nicht mehr an. Du räumst auf, bevor dein Partner oder Partnerin nach Hause kommt, damit es keinen Grund für schlechte Laune gibt.
Warum das so ist? Weil du gelernt hast, was passiert, wenn du es nicht tust. Irgendwann gab es wegen jeder Kleinigkeit einen riesigen Ausbruch und seitdem versuchst du krampfhaft jeden Auslöser zu vermeiden.
Frag dich ehrlich: Wann hast du das letzte mal etwas gesagt, ohne es vorher abzuwägen?
Ein Partner, der wirklich liebt ist ein sicherer Ort für dich und er will dein Kummer klären aber kein Stress auslösen.
Anzeichen 2: Deine Gefühle sind Stressauslöser
Du sprichst an was dich verletzt hat und bekommst Antworten wie: „Du bist doch selbst schuld, dass ich so mit dir rede.“ Musst du immer so übertreiben.“ Sei doch nicht so empfindlich“
Es geht dann nicht mehr darum, was dir wehgetan hat, sondern um dein Verhalten, deine Reaktion und deinem Ton. 2 Stunden später wirst du dann noch gefragt: Können wir jetzt aufhören zu streiten?
Was aber gar kein Streit ist sondern Ablenkung von sich selbst und keine Verantwortung für das eigene Verhalten übernehmen zu wollen. Stattdessen geht es um deine Fehler. Wenn das fast immer so endet, sagst du dann irgendwann schon von alleine: „Sorry, ich sag ja schon gar nichts mehr.“
Jetzt wird es persönlich. Anzeichen 3 ist das, von dem ich oben gesprochen habe.
Anzeichen 3: Du erkennst dich selbst nicht mehr
Du triffst deine beste Freundin kaum noch, weil es danach schlechte Stimmung gibt. Deinem Hobby gehst du nicht mehr nach. Bei der Frage: „Wo wollen wir essen? sagst du „Ist mir egal“. Aber „Ist mir egal“ heißt in Wahrheit “ Ich will kein Stress.“
Schau dir mal ein Foto von dir an, das 3Jahre alt ist. Wie hast du geschaut? Wann hast du das letzte aus vollem Herzen gelacht, ohne vorher zu prüfen, ob es ok ist?
Du bist nicht „anders geworden“. Du hast dich Stück für Stück angepasst um Frieden zu haben.
Anzeichen 4: Nach dem Tief kommt plötzlich das Hoch
Tagelang ist Schweigen und Kälte. Dann kommen aber plötzlich Blumen, eine Umarmung, ein „Du bist mir das Wichtigste“. Du atmest auf und dieses Aufatmen fühlt sich wie Liebe an. Es ist aber Erleichterung.
Denk mal an einen Spielautomaten. Er macht nicht süchtig, weil er immer gewinnt, sondern weil du nie weißt wann. Unregelmäßige Belohnungen binden dein Gehirn viel stärker als verlässliche Zuneigung. Darum hängst du an den guten Momenten und das Muster dahinter nennst du Ausnahme.
Anzeichen 5: Dein Körper weiß es schon
Magenziehen, wenn du den Schlüssel in der Tür hörst. Ein Druck auf der Brust, bevor ein Gespräch beginnt. Nachts liegst du wach, deine Gedanken kreisen und tagsüber bist du müde, obwohl du kaum etwas geschafft hast.
Warum das so ist? Dein Körper merkt sich was passiert. Wenn bestimmte Momente oft Streit, Vorwürfe oder Schweigen verursacht haben, speichert er: Achtung Gefahr! Beim nächsten mal schaltet er dann schon auf Alarm, schon bevor überhaupt etwas gesagt wurde. Für deinen Körper macht es kaum einen Unterschied, ob dich ein Streit bedroht oder echte Gefahr. In beiden Fällen schüttet er Stresshormone aus.
Das erklärt auch die Müdigkeit. Wer ständig in Alarmbereitschaft lebt, verbraucht Akku wie ein Handy mit zuviel geöffneten Apps. Alles läuft im Hintergrund und der Akku ist leer, ohne das du etwas getan hast.
Dein Kopf kann Ausreden finden aber dein Körper nicht. Er will nur eines, dass du dich sicher fühlst und er schlägt schon Alarm, lange bevor du dir erlaubst,das Wort „Toxisch“ zu denken und auszusprechen.
Warum hast du es nicht früher erkannt?

Du wirst dich wahrscheinlich fragen, warum du es nicht früher bemerkt hast.
Weil in dir diese Stimme sitzt. „So schlimm ist es doch gar nicht. Andere haben es viel schwerer.“ Genau diese Stimme hält dich fest. Nicht die Liebe und auch nicht die Hoffnung.
Weil eine toxische Beziehung fast nie mit einem Knall beginnt, sondern mit Kleinigkeiten. Stell dir vor, jemand verrückt jeden Tag ein Möbelstück um einen Zentimeter. Du merkst es nicht und nach einer Zeit stolperst du die ganze Zeit über Ecken, die früher nicht da waren. Du sagst dir dann: „Ich bin halt ungeschickt.“
Genau so läuft es hier. Kein einzelner Moment ist groß genug um Alarm zu schlagen. Erst alles zusammen macht dich klein. Deshalb reicht es nicht, nach dem einen großen Beweis zu suchen. Anzeichen erkennen heißt auf das Muster zu schauen.
Ein Satz, den dir niemand sagt
Vielleicht erkennst du dich in einem Anzeichen wieder, vielleicht auch in allen. Ein einzelnes macht noch keine toxische Beziehung. Jedes Paar streitet sich mal. Entscheidend ist, ob sich das Muster wiederholt und ob du immer und immer wieder die Rechnung dafür zahlst.
Hier ist der Satz: Du musst nicht beweisen, dass es schlimm genug ist.
Du musst keinen Beweis sammeln um deine Gefühle ernst zu nehmen. Die Frage ist nicht: „Ist es schlimm genug um zu gehen?“ sondern „Geht es mir hier gut?“
Was du tun kannst?
- Schreibe eine Woche lang am Abend 2 Sätze auf: Wie habe ich mich heute gefühlt? Wann ist die Stimmung gekippt? Schau dabei nur auf dich und nicht auf die andere Person. Bewahre es da auf, wo nur du Zugriff hast zb. eine Notizapp mit Entsperrcode
- Sag es einem Menschen laut. Einer Freundin, einem Freund oder einer Beratungsstelle. Was ausgesprochen wird verliert Macht.
- Hol dir jede Woche eine Kleinigkeit zurück. Einen Spaziergang allein, Kaffee mit einer Freundin, zwanzig Minuten für dein Hobby. So fängst du wieder an zu spüren, wer du bist.
Wenn du deiner eigenen Stimme wieder glauben willst
Nach Monaten oder Jahren voller Zweifel passiert etwas leises: Du traust deinem eigenen Urteil nicht mehr. Bei jedem Gefühl fragst du dich, ob du übertreibst. Aber was noch viel schlimmer ist, wenn du in der Beziehung ständig kritisiert wirst, glaubst du irgendwann selber: „Ich bin nicht gut genug oder ich schaff es nicht zu gehen.“ Du brauchst Gedanken, die dich stärken statt klein machen.
Genau dafür habe ich ein Poweraffirmations – Workbook „Selbstliebe beginnt im Kopf“erstellt. Du lernst darin dir deine eigenen Poweraffirmationen mit Reflexionsfragen und den enthaltenen 30stärkenden Affirmationen zu erstellen. Wie du sie bewusst und wirkungsvoll nutzt. Keine fremden Sätze die an dir abperlen, sondern Sätze die wirklich zu dir und deiner Situation passen.
Wenn du neugierig bist, dann schau es dir in Ruhe an

Deine Antwort zählt
Welches Anzeichen hast du beim lesen am meisten gespürt? Schreib einfach nur die Nummer in die Kommentare. Du musst nichts erklären, aber du zeigst anderen, das sie nicht alleine damit sind. Viele, die sich später gelöst haben, sagen genau diesen Satz: „Ich habe es früher gespürt, aber ignoriert.“

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